Newsletter 07 / 2026

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer des LWB


Es ist wieder an der Zeit, Euch über den aktuellen Stand des geplanten Windparks Schienerberg und über die derzeitigen Aktivitäten des LWB-Vorstands zu informieren.

Die Teilfortschreibung 3.2 Windenergie des Regionalplans Hochrhein-Bodensee wurde am 25. November 2025 von der Verbandsversammlung als Satzung beschlossen. Mit der öffentlichen Bekanntmachung ist der Regionalplan seit dem 25. März 2026 für die gesamte Region verbindlich.

Alle unsere Einwände zur zweiten Offenlegung, die wir über unseren Anwalt eingebracht haben, blieben unbeachtet. Aus unserer Sicht war der Ausgang des Verfahrens bereits lange vorher festgelegt. Die zahlreichen Sitzungen des Regionalverbandes und seiner Ausschüsse vermittelten den Eindruck, dass die betroffenen Bürger zwar angehört, ihre Argumente jedoch nicht ernsthaft berücksichtigt wurden. Unsere Volksvertreter haben aus unserer Sicht nichts unternommen, um die Naturzerstörung auf dem Schienerberg und im Schwarzwald zu verhindern. Stattdessen wurde der Klimaschutz als Begründung angeführt. Doch die Zerstörung unserer Wälder schützt weder das Klima noch die Artenvielfalt – sie zerstört Natur, Lebensraum und Heimat. Viele Bürgerinnen und Bürger gewinnen zunehmend den Eindruck, dass klassische Umwelt- und Naturschutzbelange hinter einer nahezu ausschließlichen Fokussierung auf CO₂-Reduktionsziele zurücktreten. Unser Anliegen bleibt, wieder eine ausgewogene Betrachtung aller Umweltbelange in den Mittelpunkt zu rücken.

Wie Ihr sicher wisst, wurde das Genehmigungsverfahren beim Landratsamt Konstanz aufgrund der finanziellen Schieflage der ABO-Energy AG zunächst auf „ruhend“ gestellt. Seither ist es tatsächlich still um den geplanten Windpark Schienerberg geworden. Auch wenn verschiedene Interessengruppen und politisch motivierte Vereinigungen bereits das endgültige „Aus“ des Projekts verkünden, teilen wir diese Einschätzung derzeit nicht. Selbst wenn ABO Energy die mangelnde Wirtschaftlichkeit des Vorhabens erkannt haben sollte, ist nicht auszuschließen, dass das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt unter veränderten politischen Rahmenbedingungen, die für den Betreiber günstiger sind, wieder aufgegriffen wird.

Tatsächlich stellt Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche derzeit die Subventionen für Windkraftanlagen in Schwachwindgebieten auf den Prüfstand. Auch der LWB hat gemeinsam mit der LANA, deren Regionalvertretung Westlicher Bodensee wir sind, Frau Reiche aufgefordert, diese Förderungen zu überarbeiten (LANA Anschreiben an Frau Ministerin Reiche). Seitdem steht die Ministerin erheblich unter Druck der Windkraftlobby. Der vorläufige Rückzug von Investoren – wie am Schienerberg oder bei Hohenfels nahe Überlingen – deutet darauf hin, dass Projekte ohne ausreichende Wirtschaftlichkeit zunehmend infrage gestellt werden. Seit Jahren vertreten wir die Auffassung, dass viele dieser Vorhaben ohne umfangreiche Subventionen nicht realisiert würden. Sollten diese Förderungen tatsächlich entfallen, könnten dem Bund Milliardenbeträge erspart bleiben.

Die neu gewählte Landesregierung in Baden-Württemberg setzt den bisherigen Kurs offenbar fort, obwohl aus Berlin inzwischen andere Signale kommen. Wer den Koalitionsvertrag liest, findet leider nur wenige neue Ansätze. Neuer Wein in alten Schläuchen. ( Grün Schwarze Koalition - der neue Vertrag! )

Um eine Wiederbelebung dieser aus unserer Sicht unsinnigen Windkraftprojekte in unserer Region zu verhindern, müssen die Bürger selbst aktiv werden. Die Landespolitik scheint nicht bereit zu sein, aus den bisherigen Entwicklungen die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Besonders unverständlich bleibt für uns, dass ausgerechnet unter grüner Regierungsverantwortung geschützte Waldgebiete und Naturräume für Windindustrieanlagen geopfert und naturschutzrechtliche Standards erheblich abgeschwächt wurden.

Unser gemeinsames Ziel ist es, mit allen rechtlich zulässigen Mitteln gegen die Regelungen des § 6 WindBG vorzugehen. Nach unserer Auffassung steht diese Vorschrift im Widerspruch zum europäischen Recht und verletzt die naturschutzrechtlichen Anforderungen der EU bei der Planung von Windenergieanlagen erheblich. Das unter der Ampel eingeführte Gesetz hat Umweltprüfungen, Bürgerbeteiligung und Anhörungsverfahren weitgehend eingeschränkt. Nun soll sogar das Klagerecht anerkannter Umweltverbände weiter beschnitten werden. Diese Entwicklung halten wir rechtsstaatlich für äußerst bedenklich.

Wir setzen uns dafür ein, dass bei der Planung von Windenergieanlagen wieder faire, rechtsstaatliche und naturverträgliche Rahmenbedingungen gelten. Umweltverträglichkeitsprüfungen sowie artenschutzrechtliche Untersuchungen müssen wieder vollständig durchgeführt werden. Nur so können die Auswirkungen auf Natur, Landschaft und Artenvielfalt sachgerecht bewertet werden.

Diesen Weg bereiten wir derzeit vor. Für die rechtliche Umsetzung benötigen wir erhebliche finanzielle Mittel. Ein Grundstock aus den Rücklagen der vergangenen Jahre ist vorhanden, dennoch sind wir auf Eure Unterstützung angewiesen. Jeder Beitrag hilft.

Wir bereiten derzeit eine Crowdfunding-Kampagne vor, die Anfang September starten soll. Zum Start werden wir Euch ausführlich informieren – und dann geht es los.„Das ist unsere Heimat, um die uns viele beneiden.
Wir lassen nicht zu, dass sie in Berlin oder Stuttgart versaut wird."

Mit besten Grüßen

Die Vorstandschaft
LWB – Landschaftsschutz westlicher Bodensee e.V.